Article-Welt-Instagram

danke für deinen Artikel auf Welt.de. Danke dafür, dass du einerseits die Wahrheit sprichst – eine Wahrheit, die auch ich immer wieder hier thematisiere, in verschiedenen Beiträgen. Dass wir alle in einer Blase leben, dass das Leben von Bloggern nicht immer schön ist, dass durch Bilder Druck und Kaufkonsum erzeugt werden. Manchmal liebe ich diese Welt, manchmal hasse ich sie.

Ich liebe sie, weil sie schön ist – und ich mag Schönes. Ich liebe sie, weil sie mich ein bisschen aus meinem Leben herausführt und in ein anderes hinein. Macht mich das – macht uns alle das – zu Stalkern? Ich glaube eher, es ist ein gesellschaftliches Phänomen, das nicht ausgelöst wurde durch eine App, sondern umgekehrt – die App wurde ausgelöst von unserer Gesellschaft (hier beziehe ich mich auf das simple Angebot und Nachfrage System). Instagram bedient nur die Bedürfnisse einer Generation zur Selbstdarstellung und bietet ihnen eine Plattform dafür. Ich stimme dir zu, dass viele Bilder auf Instagram verschönert werden, bis vom Originalbild nicht mehr viel übrig ist. Ja, es ist wahr, ein Großteil dieser “Schönheit” auf Instagram ist gefaked. Aber soll ich dir was sagen? Wenn ich die Wirklichkeit sehen will, dann schalte ich die Nachrichten ein. Denn dafür ist Instagram einfach nicht da – es ist ein Kanal, zumindest für mich, wo es um vorwiegend schöne Dinge geht, die in unserem Leben ohnehin viel zu wenig Platz finden. Weil es immer nur darum geht, alles schlecht zu machen und andere andere Leute zu beneiden, und auch aus deinem Beitrag spricht recht viel Missgunst. Ich bin sicherlich niemand, der berechtigte Kritik als “Neid” abstempelt, allerdings ist an dir vielleicht der Sinn von Instagram vorbeigegangen. Ich betrachte es als Kunstwelt, über die – und auch über sich selbst – man schon mal lachen kann; aber ist es nicht genau dasselbe mit jeder Bewegung, mit jeder Stilrichtung, mit Bloggern und mit Journalisten, mit Künstlern und mit Society Girls? Was für den einen lächerlich wirkt, ist für den anderen schön. Was für den einen anstrengend ist, fällt anderen leicht. Woran sich einige erfreuen, erzeugt in anderen Neid. Pauschalisierend einen ganzen Berufsstand, nämlich den des Bloggers, in deinem Beitrag anzugreifen, finde ich daher ein bisschen überheblich, weil “uns” ja zur Zeit sowieso für alles der schwarze Peter zugeschoben wird. Scheint im Trend zu liegen.

Da bleib’ ich lieber bei den schönen Dingen – und bei Instagram.


COMMENTS


  • Nadja

    Also ich muss sagen, ich find den Artikel von Laura eigentlich ziemlich gelungen. Klar – ist das alles etwas überspitzt formuliert aber in gewissen Dingen muss ich ihr einfach recht geben. Scrollt man durch Instagram sieht man nicht viel anderes mehr als OOTDs, frische Blumen, Sportbilder, Nike-Sneaker, etc… Ich würde zwar nicht den Bloggern Schuld an diesem Mainstream-Hype geben aber diese “schöne Welt” langweilt manchmal schon… Dennoch finde ich auch deinen Beitrag wieder einmal toll und deinen Blog liebe ich sowieso heiß. Man merkt jedoch, dass du von diesen Blogger-Klischées die Nase voll hast 🙂
    Liebe Grüße

  • Steffi

    Liebe Kathi,
    Auch ich finde den Artikel auf Welt.de gelungen. Er trifft meiner Meinung nach den Nagel ziemlich auf den Kopf. Instagram suggeriert dass jeder auf dieser Welt die neuesten Designer Handtaschen, Schuhe, etc trägt, regelmäßig in sauteuren 5-Sterne Hotels rund um die Welt absteigt und jeden Tag in schicken Restaurants einkehrt. Die Realität bei 90% aller Menschen sieht ganz anders aus, und so manch einer fragt sich sicherlich, was er eigentlich falsch macht sich all dies trotz harter Arbeit nicht leisten zu können. Das macht viele unzufrieden, obwohl man im Leben eigentlich alles hat was man zum Glücklichsein braucht. Wenn mir jemand die ganze Zeit mit einem Stück Schokolade vor der Nase rumwedelt, sie aber trotzdem nicht für mich erreichbar ist, wäre ich auch unzufrieden. Ich finde daran sind nicht die Blogger schuld, sondern wir alle. Schließlich posten nicht nur Blogger all diese Bilder und schließlich schauen wir sie uns ja auch an.

  • Anika

    The problem is not the app itself, it’s how we use it.

  • Irmgard

    ich schließe mich der Meinung an, dass die Schuld bestimmt nicht bei IG zu suchen ist, das ist klar. dennoch denke ich, machst du es dir zu einfach, die Kritik dahingehend zu lesen, dass eben Schönes gezeigt wird. Was doch viel mehr in der Kritik steht ist nicht das schöne Bild oder Bild des Schönen sondern das gleich/identische/ Bild, das immer ähnliche Motiv sowie die Wichtigkeit des Nichts. Denn mal ehrlich, wäre man selbst auf die Idee gekommen ein Glas Wasser zu fotografieren oder einen Pappbecher? (oh, da ist Kaffe drin! ) das stellt, überspitzt gesagt und man möge vielleicht an noch passendere Beispiele denken, an Perversion.
    Klar, das erwächst aus einem gesellschaftlichen Phänomen nicht aus “einer app”. dennoch könnte man den einsatz der app hinterfragen.
    Ich lese deine Texte sehr gerne, finde es aber ein bißchen schade, dass mir dieser Text zu sehr in einer Selbstverteidigungsrede daherkommt.
    wie gesagt, ich sehe nicht, dass kritisiert wird, instagram zeige nur das Schöne, sondern lese die Kritik dahingehend, bzw. schließe mich der Kritik dahingehend an, dass plötzlich NUR ein pappbecher schön sein soll. oder ein Plastikstuhl. es geht schlicht gegen diese vereinheitlichte Definition von Schönheit denn schönheit sollte und kann man nicht einheitlich, für alle definieren. und so finde ich es sehr schade zu lesen, dass die Tatsache, es gäbe nur eine Definition für Schönheit gleichgestellt wird mit einer bestimmten Stilrichtung (, durch diese Verallgemeinerung gäbe es keine unterschiedlichen Stilrichtungen mehr!!)

    und ja, ich muss auch erwähnen, dass das wohl nervigste zur Zeit der IG-Trend ist, diese gleichförmigkeit der Bilder ganz gleichförmig mit allen anderen zu verurteilen und abzulehnen.

    • ketchembunnies

      Liebe Irmi,

      danke für deinen ausführlichen und konstruktiven Kommentar!
      Vielleicht ist mein Text ein bisschen falsch angekommen, denn mir ist schon bewusst, was Laura damit sagen wollte – und in gewisser Weise, wie im ersten Absatz erwähnt, hat sie damit auch ganz bestimmt Recht und der Text ist sehr gut geschrieben. Allerdings geht es mir darum, nicht immer alles so ernst zu nehmen, nicht alles schlecht zu machen und einfach mal entspannt zu bleiben. Instagram ist eben – aber das ist wie gesagt nur meine persönliche Meinung – eine App, in der man Schönes teilt, und da der Mensch ein Hordentier ist, sieht das Schöne dann halt oft sehr ähnlich aus 🙂

      LG Kathi

      • Irmgard

        Du hast schon recht.
        Und da der Mensch dieses Hordentier ist, passt es auch so gut zu ihm, sich darüber aufzuregen, und alle stimmen zu

        • ketchembunnies

          Ich sehe schon, wir verstehen uns 🙂

  • Katharina

    Gelungen finde ich den Artikel auch, allerdings auch etwas einseitig. Es ist m.M.n. schon klar zu sehen, dass es so etwas wie “Instagram-Trends” gibt, aber hey, jeder beeinfluss seinen Feed ja selbst indem er bestimmten Personen / Unternehmen / Künstlern etc. pp. folgt oder eben nicht. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich freue mich jedes Mal über die schönen Bilder und die beinhalten natürlich auf viel Kaffee, Tulpen, weiße Möbel, Sport (ich folge auch ganz bewusst einigen Accounts einfach zur Eigenmotivation, dazu zwingt mich ja niemand, außerdem gibt es auch außerhalb von Instagram eine Fitnesswelle, die wird ja nicht in der App geboren) oder was auch immer gerade “in” ist, aber auch tolle Bilder von Reisen, Illustrationen etc. Manchmal geht es mir dabei gar nicht unbedingt um die Person hinter dem Profil (manche tauchen ja auch selbst gar nicht darin auf), sondern einfach um den Stil, das Thema etc. Mein eigenes Profil ist privat, da ich die Inhalte doch lieber nur mit Leuten teile, die ich kenne bzw. vorher bestätigt habe, aber ich bin auch kein Blogger. Für Social-Media-Menschen gehört es, so denke ich zumindest, auch ein Stück weit zum Job dazu, überall vernetzt zu sein. Wie das Berufsbild des Bloggers in dem Artikel wegkommt gefällt mir allerdings auch nicht. Und darüber hinaus denke ich, dass man das alles wirklich nicht so ernst nehmen sollte. 🙂

    • ketchembunnies

      Danke für dein super Kommentar (bei dem Namen kann man nur super Kommentare abgeben haha), ich finde du triffst es ziemlich genau und JA – bitte nicht alles zu ernst nehmen, auch diesen Text hier nicht 🙂 Ist nur ein Dampf-ablassen à la Kathi! 🙂

    • Kathrin

      Dein Kommentar bringt alle meine Gedanken zum Thema auf den Punkt. Danke dafür – und für das Ersparen von langem Getippe meinerseits 🙂

  • Ulli

    Hallo Kathi!
    Ich bin da etwas zwiegespalten. Ich muss ja zugeben, ich liebe instagram. Ich schaue mir gerne hübsche Bilder an und ja, vielleicht macht mich das zur Stalkerin. Aber ganz ehrlich, was soll’s 😀 genauso gerne poste ich und freue mich, wenn eines meiner food Bilder viel Resonanz bekommt. Auf der anderen Seite bin ich doch auch schockiert, wie ähnlich sich viele Bilder sind. Eben wie Laura sagt, der perfekte Cappuccino mit den perfekt manikürten Händen, die frischen Blumen, die Mason Jars (ich liebe sie ja auch), die Tassen mit Buchstaben (die find ich langsam fad). In der Foodblog Welt sind’s dann halt die perfekten fett und salzfreien aber knusprigen Pommes. Auf der anderen Seite – wozu sollte man seine abgekauten Fingernägel vor einer Tasse graubraunem Filterkaffee fotografieren. Das will doch auch keiner sehen. Ich zumindest nicht :D. Das Wichtigste ist für mich aber, dass man sich in dieser Welt der schönen instagram Filter nicht selbst verliert und auch irgendwie authentisch bleibt. Und auch sich selbst dabei nicht zu ernst nehmen. Man muss eben wissen, wie man mit der App umgeht und wie man sie nutzt, dann ist doch alles ok. Würde ich meinen.
    🙂
    Lg

  • Katrin

    Also, ich mag deinen Artikel und er spricht mir aus der Seele.

    Natürlich ist Instagram eine Scheinwelt, aber das sind andere Plattformen wie Facebook oder Pinterest doch auch.

    Niemand postet freiwillig Fotos von ungewaschenen Wäschebergen, einer dreckigen Küche, Kontoauszügen oder wie er auf dem Klo sitzt. Denn das will doch auch niemand sehen.
    Genauso wenig würde ich auch nicht auf “Gefällt mir” klicken wenn jemand bei Facebook postet das er gerade bei der Schuldnerberatung sitzt.
    Und natürlich mache ich ein Selfie von mir VOR und nicht NACH dem Sport.

    Diese Netzwerke und Plattformen sind für mich einfach eine Flucht aus dem alltäglichen Wahnsinn.
    Abschalten und sich von schönen Sachen berieseln lassen und schöne Sachen teilen.
    Der Alltag holt einen schnell genug wieder ein.
    Ich selber kann entscheiden, wem ich folge und wer mir folgt. kann mir Inspirationen holen und auch Anregungen.

    Ich finde es eine Frechheit, wie der Blogger in dem Artikel dargestellt wird. Es ist einfach ein Beruf. Ein Beruf, der sich nun auch über solche Plattformen und soziale Netzwerke definiert.

    Wem das alles nicht gefällt, soll doch einfach Instagram, Facebook, Pinterest, Snapchat, etc. vom Handy runterschmeißen…

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