Wer mir schon länger folgt, dem wird aufgefallen sein, dass es in letzter Zeit eher still um mich war. Hier, auch auf Instagram – deswegen schreibe ich mal drauf los und erzähle euch, was in den letzten Monaten so alles los war, frei von der Seele geschrieben quasi. Was jetzt gleich mal so dramatisch daherkommt, ist in Wirklichkeit einfach das Leben. Eigentlich war ja gar nichts – und doch alles. Ich habe mich selten so ausgelaugt gefühlt, aber weil ich kein Mensch bin, der viel über seine eigenen Gefühle spricht (über Oberflächliches viel und gerne, aber der Rest bleibt bei mir), auch nicht mit meinen Freunden, ist es anfangs oft schwer für mich, Empfindungen aktiv wahrzunehmen und zu konkretisieren. So hat es auch eine Zeit gedauert, zu begreifen, dass einfach alles ein bisschen zu viel ist.

Ein bisschen? Eigentlich viel zu viel. Und irgendwann war es so viel, dass ich das Gefühl hatte, dass ich keine Energie mehr habe. Kein Foto mehr posten kann. Keinen Text formulieren, die Wäsche nicht waschen, nicht aufräumen, nicht telefonieren – nur das Mindestmass an Arbeit, die getan werden muss, habe ich noch hinbekommen. Ich glaube, so fühlt sich ein Mini-Burnout an. Es ist keine Woche vergangen, an der ich nicht meinen Koffer mindestens einmal gepackt habe und irgendwohin gefahren bin, dazwischen haben wir Vorträge gehalten und Kunden betreut, ich war krank aber konnte nicht krank sein, die Posts auf The Daily Dose mussten online gehen, und ach ja, ein Privatleben gab es auch noch – das mit runden Geburtstagen und Hochzeiten gefüllt war. Daneben habe ich versucht, die Hochzeit zu planen, was mit viel viel viel mehr Aufwand verbunden war, als ich dachte – und die To-Do Liste wurde immer länger und länger. Was dabei auf der Strecke geblieben ist war ich selbst. Ich weiss nicht ob es an mir liegt oder wie die anderen das machen – die Social Media Girls, die jede Woche im Flieger sitzen. Ob ich einfach nicht genug Energie habe, obwohl ich ja eh ein Traumleben führe. Deswegen darf man sich auch nie irgendwo beschweren, dass es einem nicht gut geht, weil man ja dankbar sein muss – und das bin ich. Aber manchmal würde ich auch gerne sagen dürfen, dass viele Reisen zwar schön und gut sind, aber dass es sich dann irgendwann nicht mehr wie reisen anfühlt sondern wie eine Last und ein ständiges Abschied nehmen und man gleichzeitig ja auch noch die laufende Arbeit erledigen muss. Ich finde es auch wichtig, öffentlich mal zu sagen, dass das Leben nicht immer perfekt ist und es auch nicht sein muss. Vor Kurzem hatte ich eine Unterhaltung mit einer guten Freundin und habe ihr von einem Streit mit dem G. erzählt und wie wir uns dabei auf die Nerven gegangen sind. Was sich erstmal anhört wie das Normalste der Welt (Hallo? Natürlich streiten wir manchmal, und manchmal sogar sehr oft!) hat bei ihr für große Erleichterung gesorgt und sie hat mir gesagt, wie gut es tut zu hören, dass wir nicht das perfekte Leben führen und zusammen auf Festivals herumhüpfen, die Soulmates raushängen lassen, immer einer Meinung sind und jeden Tag strahlend und uns gegenseitig anlächelnd aufwachen. Während diesem Gespräch habe ich mich dabei ertappt, wie sehr auch ich mich mit diesem Schein den perfekten Lebens identifiziere und wetteifere und manchmal neidisch zu meinem Nachbarn auf Instagram schiele. Wieso sind die so braun, wieso ist ihre Nase kleiner, wieso ist diese Beziehung so scheiss perfekt, wieso kann mein Leben nicht auch so fucking great sein? Weil das eben nicht die echte Welt ist. Echt ist, was ich die letzten Monate erlebt habe: dass eigentlich alles perfekt ist, aber irgendwie auch alles too much – und das ist OK so. Das darf man auch mal sagen, und das solltet ihr auch wissen. Deswegen habe ich mir vorgenommen, für die nächsten Monate einen Gang runterzuschalten und bis zur Hochzeit keine Reisen mehr zu machen (ausgenommen mein Bachelorette Getaway, auf das ich mich so riesig freue), damit die Hochzeit nicht einfach ein Event in einer Serie von vielen Events ist, die ich abhandeln muss. Und jetzt wünsche ich euch einen wunderbaren Start in die Woche, und falls er nicht so wunderbar ist, macht’s auch nix – so ist eben das Leben.


COMMENTS


  • Olivia

    wieder einmal super und sehr ehrlich geschrieben! danke 🙂

  • Elisa

    Es tut so gut das zu lesen! Danke und alles gute für euch:-)

  • Franzi

    Du sprichst mir aus der Seele! Genauso ging es mir in den letzten Wochen. Nach dem normalen Bürojob hätte ich keine Energie mehr zum Einkaufen, Haushalt ect von Veranstaltungen wie Hochzeiten ganz zu schweigen. Jetzt hat eine Erkältung dafür gesorgt, dass ich ein paar Gänge zurück schalte, mir mehr Zeit für mich nehme und nicht jedes Wochenende verplanen. Wie gut so ein Abend mit dem Mann auf dem Sofa tun kann!

    • ketchembunnies

      Ja, manchmal legt der Körper eh eine Notbremsung ein – und spätestens dann kommt man drauf, dass einem die ganz gut tut! Alles Liebe für dich!

  • Bianca

    MEGA BEITRAG!!!! Liebe deine Texte sowieso, aber dieser ist einfach so ehrlich – so echt!!!

    Ich wünsche dir eine traumhafte Zeit bis zu deiner Hochzeit!! Genieß es!!! Alles alles Liebe aus Kärnten :-*

    Bianca von sunglassesandpeonies.com

    • ketchembunnies

      So lieb, danke dir <3

  • Laura

    Liebe Kathi, vielen Dank für diesen ehrlichen Post. Auch ich lasse mich viel zu oft von der Social Media Welt blenden – obwohl man es ja besser wissen sollte! Ab und an tut es wirklich gut einen Schritt zurück zu treten und sich darüber klar zu werden, was einem selbst wirklich gut tut.
    Und ich bin mir absolut sicher, dass deine Leser sich mehr über eine glückliche Kathi freuen, die möglicherweise etwas weniger reist oder weniger postet, dafür aber auch mal kritisch und ehrlich schreibt, als über einen von diesen vermeintlich perfekten, aber unechten Robotern.
    Liebsten Gruß und schöne Woche <3

    • ketchembunnies

      Haha das hast du schön ausgedrückt – und Recht hast. Lieber weniger, aber dafür mehr echtes zeigen – interessiert mich ja selber bei anderen Bloggern auch am meisten.

      Alles Liebe <3

  • Anna

    Hach! Das “Fake-Leben” auf Social Media. Ich glaube es hat sich wirklich jede/r schon mit dem ein oder anderen Profil verglichen und sich geärgert warum man dies oder jenes nicht hat/ist. Neid ist zum Alltag geworden und dieser hungrige Schlund wird jeden Tag gefüttert. Sich dagegen zu wehren ist fast schon unmöglich. Dennoch darf man nicht aufgeben und MUSS diesen Krieg jeden Tag kämpfen…

  • Kat

    Wundervoller Beitrag und genauso ging es mir die letzten Tage auch. 🙂
    Ich reise zwar nicht so oft, aber der Social Media Wahnsinn ist mir trotzdem über den Kopf gewachsen. 😀 ich verstehe also total gut, wie es dir geht /ging.

    Wishes, Kat

  • Lisa

    Toller Text liebe Kathi!
    Echt traurig eigentlich wo das alles hinführt – nämlich dazu, dass jeder mit seinem Leben unzufriedener wird und nach außen hin für die anderen umso mehr das perfekte Leben präsentiert.
    Eigentlich weiß man ja, dass die Welt nicht ist wie sie auf Instagram und Co dagestellt wird, und trotzdem fühlt man sich unter Druck gesetzt und beneidet man das auch so perfekte Leben der anderen. Auch ich ertappe mich oft dabei meinen eigentlich guten Bürojob als zu langweilig und zu wenig fancy zu empfinden, meine eigentlich tolle Figur als nicht gut genug, meine Freizeitaktivitäten als zu wenig besonders etc. etc…. das ist wirklich traurig!
    Ich bin daher absolut für mehr Realität im Netz und SocialMedia… du machst einen guten Anfang.
    Nimm dir die Zeit die du brauchst und ich wünsche dir sehr, dass du deine Hochzeit genießen kannst… als das was sie ist… nämlich JA zu sagen zu deinem Traummann und zu einem gemeinsamen Leben und das im Beisein eurer liebsten Menschen… und nicht als fancy Event mit Möglichst toller Deko, Location, Fotografen, Kleidern und pinterest-tauglichem Setup.
    xo Lisa

    • ketchembunnies

      Ja, da hast du vollkommen Recht, man muss sich halt da selbst auch immer wieder ein bisschen an der Nase nehmen bzw. reflektieren, was man eigentlich mit seinem Leben anstellt und was echt oder nicht echt ist. Mit der Hochzeit – ich gebe wirklich mein Bestes, auch in der Planung, mich nicht zu sehr in oberflächliche Dinge reinzusteigern, aber manchmal ist es nicht so leicht mit meinem Job 🙂 Trotzdem überwiegt der “geniessen und für mich behalten” Teil noch um einiges, daher glaube ich, dass ich am richtigen Weg bin 🙂

      Alles Liebe <3

  • Dominika

    Gut, dass du dir das von der Seele geschrieben hast! Eigentlich ist es echt traurig, dass man sich selber so unter Druck setzt und mit sich und allem unzufrieden ist.
    Das Wichtigste überhaupt ist doch die eigene Gesundheit und die der Familie und dass man mit seinem Partner glücklich ist!
    Liebe Grüße
    Dominika

  • jenny

    schön dass das auch mal erwähnt wird in der social media welt! ich hab nur einen klitze klitze kleinen blog und merke wie viel arbeit es ist! … das was du bis hier hin schon mal geschafft hast, ist auf jeden fall sagenhaft und du kannst sehr sehr stolz auf dich sein! nimm dir zeit für DICH! und dein LEBEN! Enjoy Life! alles liebe und gute!!!!

  • Janni

    Liebe Kathi,
    das hier ist für Dich: ❤️

    Lass es dir gut gehen!

  • Jen

    Super dass du darüber schreibst. Das rechne ich dir -in den Instagram Zeiten- sehr hoch an. Ich weiss genau was du meinst und wie schwer es einem fallen kann darüber zu reden. Ich finde es toll, dass du für dich gemerkt hast, woran es genau liegt dass du so erschöpft bist und dir nun mehr Zeit gibst. Ich wünsche dir dabei viel Kraft und hoffe, dass du nicht zu schnell wieder in diesen Trubel fällst. Denn wenn ein Job Spass macht, kann es nämlich noch schwieriger sein, auch mal nein zu sagen.

  • Carina

    Ein so so so toller Beitrag mal wieder, liebe Kathi!
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Energie und vor allem Spaß für die nächsten Wochen <3
    Alles Liebe,
    Carina

  • Mimi

    Liebe Kathi
    SUPER BEITRAG!! Danke für Deien Ehrlichkeit.
    ALLES LIEBE .
    Mimi

  • Kathi

    Liebe Kathi,
    vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Das Leben ist halt einfach nicht wie in Instagram vorgeheuchelt… Das Leben ist Echt mit Hochs und Tiefs und manchmal sind die beiden auch absolut nicht in der Balance. Aber dann weiß man hier muss sich was ändern. Ich hänge gerade in einer ähnlichen Gefühlssituation und glaube ich sollte auch mal einen Gang runter schalten…

    Und bei euch sollte die Hochzeit auf jeden Fall ein Highlight werden und nicht abgearbeitet werden… :O

  • Martina

    Das tut richtig gut zu hören, dass du neben all dem “Glamour” und “super perfektem Lifestyle” eben auch nur ein Mensch bist und so ehrlich dazu stehst. Divserse Social Media Kanäle machen es einem oft ziemlich schwer, sich nicht permanent mit anderen zu vergleichen und dem schier perfektem Leben (was ist schon ein perfektes Leben ?!) hinterherzulaufen. Danke!!

  • Hanna

    Liebe Kathi, I feel you! Mir geht es ganz oft so und eine Zeit lang war ganz arg schlimm, dass ich keine Energie mehr hatte Texte zu schreiben und, wie in Deinem Beispiel, Wäsche zu waschen. Bis ich mir eine Assistentin gegönnt habe, weil es bei Blogs hinten rum immer so viel mehr gibt, das man nicht sieht und mehr Arbeit ist, als das, was man vorne sieht. Ich habe vor Wochen alles de-abonniert, was mir auf Instagram diese perfekte Welt vorgaukelt, mir tut das echt nicht gut. Das mit dem Jammern kenne ich übrigens auch, war nach meiner Hawaii-Reise gerade ganz extrem. Mir scheint es sowieso so, dass jeder, der seinen Traumjob oder gar die Berufung gefunden hat, in Deutschland oder Österreich nichts Schlechtes darüber sagen und schon gar nicht jammern darf. Ich mach es trotzdem und am allerliebsten mit bodenständigen Frauen und Bloggern wie Dir, die was in der Birne haben und deswegen genau solche Texte schreiben. Herzliche Grüße aus Hamburg! xx Hanna

    • ketchembunnies

      Ahhhh Hanna du Liebe! Danke dir <3
      Vieleeee Grüße nach Hamburg und hoffentlich bis bald!

  • Raphaela

    Liebe Kathi,
    ich kan dich so gut verstehen. Jeder Job bringt auch Nachteile mit sich, oft ist man viel zu streng mit sich selbst und denkt sich “na das schaff ich auch noch.. und das auch … und das auch”. Man legt die Messlatte an einem selbst extrem hoch und oft will man einfach überall und immer dabei sein.
    Meine Oma hat schon oft gesagt, dass man nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann und das OKAY is. Irgendwo muss man Abstriche machen, und toll wenn du für dich einen Weg gefunden hast indem du keine Reisen mehr antrittst.
    Ich wurde schon oft belächelt, weil ich sagte, dass ich in den Sommermonaten nur von einem (Freizeit-)Event zum nächsten rase, nach meiner Arbeit und quasi nie gemütlich daheim am Sofa sitzen kann. Man hört dann Sachen wie “aber JETZT findet das Leben statt” und “du darfst das nicht verpassen”… Aber man darf auch was verpassen, vor allem wenn man merkt, dass der Körper und die Seele “nein danke!” sagen. Schließlich schlägt sich alles früher oder später auf unsere Gesundheit und das ist immer noch das Wichtigste was man hat oder?
    Also: Horch weiterhin auf dich und sei nicht zu streng mit dir selber. Danke fürs Ehrlich sein, dieser Post hat mich wieder daran erinnert, dass das Hetzen von A nach B, bloß um nix zu versäumen, nicht immer erstrebenswert ist 😉
    Ganz liebe Grüße und sorry für das Wortwirrwarr,
    Raphaela

    • ketchembunnies

      Danke dir für das liebe und lange Kommentar. Ja ich weiß was du meinst, jammern darf man prinzipiell nie, weil man nur dankbar sein muss oder eben bei allem dabei und ja nix verpassen. Manchmal verpasst man aber bei allem eigentlich das wichtigste, nämlich einfach das Leben zu genießen und es sich gut gehen und die Seele baumeln zu lassen.

      Alles Liebe <3

  • claudia

    ….genau das was Du gerade tust ist ganz ganz wichtig- nämlich genau für Dich und Deine eigene Seele!!!- das klingt jetzt etwas altbacken- aber wenn Frau älter wird,- wird sie auch egoistischer- ich werde bald 40 und reflektiere seit meinem 30 Geburtstag sehr regelmässig und oft- frage mich in stillen Minuten, He wie geht es Dir? nämlich wirklich? tief drinn? – ist das alles was ich möchte bin ich zufrieden? – ich persönlich finde es ganz toll was Ihr beide auf die Beine gestellt hat und bin auch nicht so naiv zu glauben das alles immer heile Welt ist,- dieses ewige Reisen, Koffer packen wäre nichts für mich mich würde das irrsinnig belasten und wäre oft ausgelaugt!- …- jeder entscheidet jeden Tag für sich was einem gut tut und was nicht- mein Mann und ich wollten kein *Trara* und haben alleine in Tirol geheiratet- jeder das was ihm lieb ist!- Genieß Deine Zeit und die Planung Deiner Hochzeit auch wenn es mühsam ist….- Zurücklehnen und sich darauf besinnen finde ich ganz wichtig- wenn der Körper schreit und ausgelaugt ist geht es der Seele und dem Kopf meist auch nicht gut weil einem alles zu viel wird. Danke für Deine ehrlichen Worte und alles Gute!

  • Jules

    Ich wünsche dir, dass du in der nächsten Zeit etwas mehr entspannen kannst und vor allem, dass du die Vorfreude auf deine große Hochzeit genießen kannst!

    Lass es dir gut gehen und schau auf dich!
    Liebste Grüße, Julia

  • Bea

    Hallo Kathi, ich habe mich schon länger gefragt wie lange du noch in dem Thempo weitermachen kannst?! Auch die schönste Reise wird zur Routine wenn es zu viel ist. Wenn es zu viel ist, dann “absolviert” man nur noch eine Reise nach der anderen und man genießt es nicht mehr. Oder eben noch schlimmer, man wird ausgebrannt. Ayurveda sagt, dass ein richtiger Burnout nicht mehr behandelbar ist. Freue mich, dass du noch zum richtigen Moment bremsen konntest. Für mich habe ich schon längst beschlossen, dass ich nicht überall dabei sein muss. Ein tolles Gefühl! Kann ich jedem empfehlen. Aber auch Ayurveda hilft weiter, wenn man mal “ansteht “, zu mindestens für mich 😉 LG Bea von Iambeauty.at

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